Gründungsgeschichte der „Schwestern vom Gemeinsamen Leben“

Es war ein kleiner Anfang, in Deventer in den Niederlanden. Eine spannungsvolle Zeit in Kirche und Gesellschaft, Ende des 14. Jahrhunderts. Wie ein kleines Senfkorn, aus dem ein großer Baum wächst…
Von dieser Neugründung der „Schwestern vom Gemeinsamen Leben“ und ebenso der „Brüder vom Gemeinsamen Leben“ durch den Diakon Gert Groote ging eine bedeutende Erneuerungsbewegung der Kirche aus, die Devotio moderna.

 

In den Niederlanden führten diese Gemeinschaften ein einfaches, innerliches Leben, das dem Geist des Evangeliums entsprach. Anders als die Privilegierten jener Zeit lebten sie in Wohnungen in der Stadt und einfachen Häusern und prägten mit ihrem religiösen Leben ihre Umgebung.

Gerhard-Jakob-Haus

Im 15. Jhd. gab es bereits über 30 Niederlassungen der Schwestern, nicht nur im niederländischen Raum, sondern auch am Niederrhein, südlich ausgedehnt bis in die Gegend von Mainz, wo besonders die Brüderhäuser bekannt waren (Klausen in der Eifel und Marienthal).
Sowohl die Schwestern als auch die Brüder vom Gemeinsamen Leben nahmen die Ordensregel des hl. Augustinus an, dem das Leben in geistlicher Gemeinschaft besonders am Herzen lag.

Hl. Augustinus

 

 

 

In der Zeit der Säkularisation, 1803, wurden alle Klöster aufgehoben.
1975 wurde im Südschwarzwald sowohl die Gemeinschaft der Brüder vom Gemeinsamen Leben als auch der Schwestern vom Gemeinsamen Leben wiederbelebt.
Seit 1989 lebt eine kleine Gemeinschaft von Schwestern vom Gemeinsamen Leben im Kloster Spabrücken, im Dekanat Bad Kreuznach, Bistum Trier.
Sie versuchen dort, aus den Wurzeln dieser Erneuerungsbewegung

und der Regel des hl. Augustinus, im Geist des Evangeliums ihr Leben zu gestalten

und ihre Umgebung mitzuprägen. 

Sie bilden eine kirchenrechtlich eigenständige Gemeinschaft.