Geschichte des Klosters in Spabrücken  

Kloster Garten

alter Klostergarten

 

 

Im Jahr 1338 wird eine Kirche in Spabrücken erstmals anlässlich der Schenkung des Ritters Udo und seiner Frau Agnes erwähnt.
Vermutlich begann die mittlerweile weit über den Naheraum bekannte Spabrücker Wallfahrt schon im 14. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt auch das Gnadenbild der „Schwarzen Madonna vom Soon“.

 

Unter der Herrschaft der Reichsfreiherren von Dalberg blühte die Wallfahrt auf, so dass 1359 der Grundstein für einen Kirchenneubau gelegt wurde.
Im Jahre 1483 erhielt die Kirche von Spabrücken, bisher Filiale von Wallhausen, ein eigenes Taufrecht und damit den Charakter einer Pfarrkirche. 


1560 konvertierte die Dalberg’sche Herrschaft zum Luthertum, womit auch Spabrücken von diesem Zeitpunkt an lutherische Pfarrei wurde. Während dieser Zeit kam die Wallfahrt vollkommen zum Erliegen. Anlässlich einer Bilderstürmerei sollte auch das Madonnen-Standbild verbrannt werden, wovon bis heute deutliche Brandspuren auf dem Rücken der Statue zeugen. Glücklicherweise retteten beherzte Spabrücker das Marienbild und hielten es versteckt bis zum Jahre 1624, als Johann Georg von Dalberg und damit auch seine Untertanen zum katholischen Glauben zurückfanden.
Ganz im Zeichen der Gegenreformation versuchte man nun die Wallfahrt erneut zu beleben, was aber nur mühselig gelang, so dass man sich 1680 entschied, Kreuznacher Franziskaner-Minoriten in die verödete Pfarrei zu entsenden.

 

Am 29. April 1681 wurde zwischen Friedrich Dieterich und Johann Philipp Eckenbert Kämmerer von Worms, Freiherren zu Dalberg, und der Franziskaner-Provinz Colonia der Vertrag zur Klostergründung in Spabrücken geschlossen.

 

Es begann neben der sukzessiven Errichtung der Klostergebäude eine rege seelsorgerische Tätigkeit, die zu einer Blüte der Wallfahrt und des christlichen Lebens in Spabrücken und den Gemeinden im Umland führte.

 

Spabrücken wurde zum kirchlichen Mittelpunkt der Region.

 

Friedrich Dieterich und Johann Philipp Eckenbert Kämmerer von Worms, Freiherren zu Dalberg, übergaben den kölnischen Franziskanern das Spabrücker Kloster.

 

Den Höhepunkt der baulichen Tätigkeit, für die der Binger Franziskanerbruder Agnellus Homburg verantwortlich zeichnete, bildet der Neubau der Wallfahrtskirche zwischen 1731 und 1736.

 

Nach segensreichen und äußerst fruchtbaren Jahrzehnten ereilte schließlich infolge der Französischen Revolution auch das Kloster in Spabrücken das Schicksal.

 

1802 wurde es säkularisiert und die Gebäude zur Versteigerung frei gegeben.

 

1862 wagte man vom nahe gelegenen Franziskanerkloster Ravengiersburg aus einen erneuten Anlauf zur Wiederbesiedlung, der jedoch bereits 1876 durch den Kulturkampf ein Ende fand.

 

Die Klostergebäude waren verwaist und verfielen zusehends.

 

Erst Anfang der 1980er Jahre begannen umfangreiche Renovierungstätigkeiten, die schließlich im folgerichtigen Wunsch gipfelten, die früher so segensreiche wirkenden Gemäuer mit neuem geistlichem Leben zu erfüllen.

 

Am Pfingstsonntag 1989 war es dann soweit und die Pfarrgemeinde Spabrücken konnte erstmals die „Schwestern vom gemeinsamen Leben“ in ihrer Mitte begrüßen.

 

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